Blood for the Blood God – Wenn Rover in Schottland wandern…

Tag 6: Bridge of Orchy – Kinlochleven (33 km)

Nach dem morgendlichen Aufstieg auf den ersten kleinen Gipfel bot sich uns der erste richtige Ausblick auf die Ausläufer der Highlands – viele kahle „Berge“ in einer Landschaft von schroffer Schönheit. So still war es hier, dass man noch das Rascheln der Plastiktüten eines Wanderers hörte, welcher in beträchtlicher Entfernung vor seinem Zelt saß. Von hier aus hatte man auch einen schönen Blick auf den uns zu Füßen liegenden Loch Tulla.

Auf dem Gipfel des Mam Carraigh

Auf dem Gipfel des Mam Carraigh

Kurz darauf passierten wir auch Kilometer Nummer 100 – zwei Drittel des Weges lagen nun also schon hinter uns. Es folgte der mühsame Abschnitt über das Hochmoor, wo uns nicht nur der kühle Wind und sporadischer Nieselregen plagten, sondern vor allem die Beschaffenheit des Weges, welcher größtenteils aus grobem Pflaster bestand. Für 15 Kilometer auf diesem unebenen, harten Untergrund zu laufen war sehr belastend für unsere geschundenen Füße.

Vor dem Hochmoor hatten wir noch gut Lachen.

Vor dem Hochmoor hatten wir noch gut Lachen.

Schließlich kamen wir im Kingshouse Hotel an, in dessen „Wanderer’s Pub“ wir uns erstmal ein warmes, deftiges Mahl und viel Zucker in Form von Cola gönnten. Die Energie brauchten wir auch, vor uns lag nämlich noch der zwar, kurze, aber steile „Devil’s Staircase“. Als wir mitbekamen, dass zwei andere Wanderer am Nachbartisch ein Taxi nach Kinlochleven nehmen wollten, beschlossen wir, dass Martin abermals mit Extragepäck und dem Zelt mit dem Taxi mitfahren würde und die restlichen Drei die restliche Strecke von 14 Kilometern zu Fuß bewältigten – vor allem für Maik ein wichtiges Anliegen, da seine letzte Reise auf dem West Highland Way an diesem Hotel abgebrochen werden musste.

Kurz vor dem Devil’s Staircase fing es dann auch noch einmal zu regnen an und wir kämpften uns gegen Wind und Wasser den Anstieg hinauf. Oben angekommen, konnten wir dann auch unsere Regenklamotten ihrem Zwecke zuführen und der Rest der Strecke ließ sich recht angenehm laufen, auch wenn es sich gegen Ende arg in die Länge zog und es immer dunkler wurde.

Martin übermittelte uns via Handy den Zeltplatz, den wir spät abends dann auch erreichten. Leider stand das Zelt mitten in einem Farnfeld und war belagert von unvorstellbaren Heerscharen von Midges. Nachdem wir uns in einer dramatischen Aktion ins Innenzelt gerettet hatten und in unsere Schlafsäcke schlüpfen wollten, fiel Nils eine Zecke an seinem Bein auf. Nach einer knappen Stunde Pulen mit Taschenmesser und Stirnlampenlicht ließen wir den restlichen Zeckenkopf dann stecken und nahmen uns vor, am nächsten Tag eine Apotheke aufzusuchen.

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